Das Sommerekzem

Ursachen, Auswirkungen, Haltungshinweise, Anwendung der 360° Sommerekzem-Methode

Der Auslöser des Sommerekzems beim Pferd ist primär die Kriebelmücke, ebenso die Gnitze oder die Stechmücke. Sie sondern beim Stich ein Sekret ab, das bei betroffenen Pferden zu einer allergischen Reaktion führt, mit dem Ergebnis, dass die Einstichstelle anschwillt und zu jucken beginnt. In schweren Fällen scheuert sich das Pferd so stark, dass es zu offenen, nässenden Stellen kommt, in jedem Fall verbunden mit dem Verlust von Mähne, Fell und Schweif, verkrustete Stellen an der Bauchnaht, im Gesicht, auf den Schultern, der Kruppe, sowie auch an den Genitalien respektive am Euter. Für das Pferd eine Tortur, die erst mit Einbruch des Winters langsam zu Ende geht, für den Pferdebesitzer ebenso.

Schwere Fälle

Total verkrusteter Kopf                 Offene Bauchnaht


      

 







 

Leichtere Fälle

Gescheuerter Schweif                Stellen am Kopf

 















Ursprünglich trat dieses Problem nur bei Importpferden, am häufigsten bei Islandpferden, auf. Inzwischen sind jedoch viele andere Rassen ebenso betroffen, Tendenz steigend. Als Ursachen dafür werden
  • Vererbung
  • Schockerlebnis
  • Stress
  • Darm-, Leber- und Nierenprobleme
  • Steigende Offenstallhaltung
  • Umwelteinflüsse (Pestizide, Feinstaub, Umweltgifte…)
  • Mangelnde Bewegung
  • Falsche Ernährung
  • Medikamente
  • Psyche
angeführt. Hinzu kommt, dass im Frühjahr gehäuft sehr viele Belastungen auf das Pferd zukommen:
  • Fellwechsel
  • Frisches Gras mit hohem Anteil an Eiweiß und Zucker
  • Das Auftreten der Insekten
Dies alles wirkt auf das Pferd ein und belastet eines der wichtigsten „Gesundheitssysteme“ des Körpers: das Immunsystem. Ohne dieses System kann kein höheres Lebewesen überleben. Es wacht darüber, dass in den Körper eindringende Viren und Bakterien bekämpft werden und leitet dazu eine Vielzahl von Maßnahmen ein. In der Regel merken wir von seinem Wirken nichts. Still und leise erledigt es seine Arbeit (früher hat man von den „körpereigenen Abwehrkräften“ gesprochen). In schwereren Fällen, z.B. bei einer Virusinfektion, merken wir seine Arbeit durch Fieber.
Im Falle des Sommerekzems haben wir es mit einer Überreaktion des Immunsystems zu tun. Stellt es das Sekret, insbesondere das der Kriebelmücke, fest, wird ihm eine besonders große Gefahr beigemessen und es reagiert entsprechend stark. Sehr viel stärker als erforderlich. Das führt zu den bekannten Auswirkungen.
Warum dies so passiert ist unklar. Beim Menschen ist die Reaktion vergleichbar mit der Neurodermitis. Auch hier ist trotz erheblichem Forschungsaufwand die Ursache nicht eindeutig erkennbar.
Das wichtigste Gegenmittel bleibt die auslösende Ursache, den Insektenstich, zu vermeiden. Das gelingt, trotz Insektenschutzmitteln und auch mit einer Ekzemdecke nicht vollständig. Die Ekzemdecke hat, wie im Folgenden dargestellt wird, zudem noch erhebliche Nachteile.
Es lässt sich feststellen, dass diese Überreaktion des Immunsystems dann besonders stark ausfällt, wenn viele der genannten Ursachen gleichzeitig auf das Pferd einwirken.

Was können wir nur tun um die Leiden zu vermeiden?

An den Ursachen Vererbung, Schockerlebnis, Umwelteinfluss, können wir nichts ändern. Damit müssen wir leben und die Auswirkungen minimieren. Auf die anderen Ursachen können wir gezielt einwirken.

Medikamente
Wenn diese vom Tierarzt verordnet sind, dann geht kein Weg daran vorbei. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt, ob es Alternativen mit geringen Nebenwirkungen gibt. Weisen Sie ihn darauf hin, dass Ihr Pferd ein Ekzemer ist.

Falsche Ernährung
In der ursprünglichen Natur finden die Pferde alles, was sie benötigen. Heute allerdings ist die Natur verarmt. Auf den Wiesen finden sich nur äußerst selten Blumen und Kräuter. Vermeiden Sie in jedem Fall Silage, achten Sie auf gutes Heu und konsultieren Sie u.U. einen Ernährungsberater um festzustellen, welche Ergänzungen unter den gegebenen Haltungsbedingungen sinnvoll sind.

Mangelnde Bewegung
Das ist etwas, an dem wir selbst arbeiten können. Vergessen wir nicht, dass sich Pferde ursprünglich täglich 20 – 30 km bewegt haben um Futter zu suchen. Das können wir natürlich nicht leisten, aber so oft es möglich ist, sollten wir das Pferd lange bewegen. Die Offenstallhaltung fördert die Bewegungsmöglichkeiten, hat aber auch den Nachteil, dass das Pferd vermehrt den Insekten ausgesetzt ist.

Offenstallhaltung
Diese Haltungsform ist in jedem Fall zu bevorzugen, denn sie kommt der natürlichen Lebensweise sehr viel näher, vermeidet deshalb Stress.  Es sollten aber abgedunkelte Bereiche vorhanden sein, in die sich das Pferd bei zu hohem Insektenaufkommen zurückziehen kann. Insekten meiden dunkle Bereiche, hier kann das Pferd „durchschnaufen“ und es ist seine Entscheidung dies zu tun.

Darm-, Leber und Nierenprobleme
Diese Organe sind von entscheidender Bedeutung für einen gesunden Stoffwechsel. Gibt es zum Beispiel Unpässlichkeiten in der Darmschleimhaut (hier befinden sich sehr viele Zellen des Immunsystems), können Schadstoffe ungehindert ins Blut gelangen. Die Leber gerät, ebenso wie das Immunsystem, in den Überlastmodus und kann Schadstoffe nicht mehr zur Gänze so umwandeln, dass sie über die Niere ausgeschieden werden. Sie verbleiben im Blut. All das erhöht den inneren Stresslevel erheblich.

Stress
Das wichtigste Thema zuletzt: Stress.
Er ist notwendig um außergewöhnliche, auch lebensbedrohliche Situationen zu bewältigen. Große Mengen Adrenalin werden ausgeschüttet, Kräfte werden so bis über die Schmerzgrenze freigesetzt, um die Situation zu meistern.
Dauerstress allerdings macht krank. Amerikanische Forscher haben festgestellt, dass Stress die Leistungsfähigkeit des Immunsystems um bis zu 90 % reduzieren kann. Hält dieser Zustand länger an, sind schwere Erkrankungen die Folge.
Im Rahmen der Sommerekzem-Behandlung ist es deshalb sehr wichtig Stress in jedem Fall zu vermeiden.
Welches sind nun die wesentlichen Faktoren, die bei einem Ekzempferd Stress auslösen?

 
  • Insekten
Dem Pferd ist bewusst, dass die Insekten bei ihm Qualen auslösen. Es schlägt um sich, flüchtet, wenn es kann. Es ist im ständigen Widerstreit, mit sich auf die Wiese zu den anderen Pferden zu gehen (das Pferd ist ein Herdentier!) oder für sich allein zu sein. Stress pur!
Als Abhilfe wird sehr häufig die Ekzemdecke benutzt. Sie schützt nur in Teilen. Zur Pflege und zum Reiten muss sie ohnehin abgenommen werden. Sie verursacht aber auch Stress. Nicht nur, dass das Pferd darunter schwitzt, es hindert die wichtigen Sozialkontakte, die sich u.a. in der gegenseitigen Fellpflege ausdrücken, durchzuführen.

Fühlt sich dieses Pferd wohl?

Die zu bevorzugende Alternative ist ein natürliches Insektenschutzmittel, das vor allem keine Hautreizungen verursacht, denn Ekzempferde haben Scheuerstellen mit extrem empfindlicher Haut. Mich stecht ihr nicht® Pflanzlicher Insektenschutz ist eine sehr gute Alternative.
 
  • Absonderung von der Herde
Häufig wird ein Ekzempferd im Stall belassen, um es vor den Insektenstichen zu schützen. Der Nachteil ist die Trennung von der Herde und damit Stress, denn das Pferd ist ein Herdentier. In der freien Natur findet es innerhalb der Herde Schutz vor Feinden, alleine wähnt es sich in Gefahr.
 
  • Gesunder Stoffwechsel
Er ist von essentieller Bedeutung um keinen Stress aufkommen zu lassen. Wir können es an uns selbst testen. Schon bei einer leichten Magenverstimmung geht es uns schlecht, wir sind gereizt, gestresst. Gutes Futter, Bewegung und Ergänzungsmittel die fehlende Substanzen zuführen (Endogen-Fit® Basis oder Kur) haben sich an dieser Stelle bewährt.
 
  • Juckreiz
Man stelle sich vor, es juckt am Rücken und man kommt nicht heran. Voller Stress. Den Juckreiz effektiv lindern, ist das Gebot der Stunde. Mich stecht ihr nicht® Juckreizstopp Forte hat sich dazu bewährt.
 
  • Wundpflege
Offene Scheuerstellen und durch Scheuern gereizte Haut müssen schnellstmöglich gut versorgt werden. Mich stecht ihr nicht® Akut Salbe und das Hautöl Forte sorgen nicht nur dafür, dass Wunden sich schnell schließen. Sie enthalten auch Wirkstoffe, die den Juckreiz, als Auslöser des Scheuerns, auch in dieser Phase weiterhin lindern.
 
Allgemeine Haltungshinweise
Vorbeugen ist besser als heilen. Die Kriebelmücke tritt im Frühjahr plötzlich auf. Lassen Sie sich nicht überraschen, beugen Sie vor. Empfehlungen finden Sie im Sommerekzem-Jahreskalender.
Die Kriebelmücke tritt verstärkt in den Morgen- und Abendstunden auf. Vermeiden Sie in dieser Zeit Ausritte und Weidegang.
Meiden Sie beim Ausritt Feuchtgebiete, in denen Insekten ihre Brutstätten haben.
Bieten Sie dem Pferd eine Rückzugsmöglichkeit in einen abgedunkelten Bereich. Es kann so selbst entscheiden, wann die Belastung zu hoch wird.
Wenn möglich, bieten Sie dem Pferd kontrollierte Scheuermöglichkeiten an. Dies kann z.B. die Bürste eines Schrubbers sein, der in entsprechender Höhe im Stall angebracht wird. Er ist wirksam, aber so weich, dass die Haut nicht aufreißt.
Geraten Sie nicht in Panik, wenn sich das Pferd scheuert. Auch gesunde Pferde scheuern sich ab und zu (und wir kratzen uns auch manchmal). Wenn es zuviel wird, Mich stecht ihr nicht® Forte und / oder Hautöl Forte auf diese Stelle auftragen.